Myriam Ziörjen und ihr Partner Chris Mubengwa. z.V.g./SRF
1/1 Myriam Ziörjen und ihr Partner Chris Mubengwa. z.V.g./SRF
14.05.2021 08:00

Der Liebe wegen übers Mittelmeer

Etzwilerin fand grosse Liebe in Sambia

Myriam Ziörjen zog ursprünglich für ihre Arbeit nach Sambia. Dort verliebte sie sich in Chris Mubengwa, weshalb sie sich kurzerhand dafür entschied, auszuwandern.

Etzwilen Elftausend Kilometer. Diese Distanz überwindet die Thurgauerin Myriam Ziörjen für einen Mann. Chris Mubengwa heisst er, für ihn verlagert die 27-Jährige ihr Leben ins sambische Kabwe. In der DOK-Sendung «Hin und Weg» besucht Monika Vetsch Ziörjen und weitere Menschen, die für die Liebe alles aufgeben und in weitentfernte Dynastien ziehen.

Kennengelernt haben sich die beiden bei der Arbeit und sich dann, gemäss Ziörjen, «bis über beide Ohren verliebt.» An ihrem Chris schätzt die Etzwilerin vor allem seine Hilfsbereitschaft und Fürsorge gegenüber anderen Menschen. Auch seine Fähigkeit, Menschen um sich herum ein gutes Gefühl zu geben, gefällt der jungen Frau. Für beide war schnell klar: Das ist eine Liebe, die hält. So war es nur natürlich, dass sie sich nach einem Jahr verlobt haben. «Wir waren uns sicher, dass wir unser Leben gemeinsam gestalten und eine Familie gründen wollen. Der nächste Schritt fiel daher nicht schwer.» Ziörjens Familie sah das Ganze anfangs allerdings skeptisch, wie die 27-Jährige zugibt. Nach einer Afrikareise und dem Kennenlernen haben sie den Sambier mit dem einnehmenden Lächeln aber schnell ins Herz geschlossen. Und auch Mubengwa fühlt sich bei Ziörjens Eltern wohl, wie in der ersten Folge von «Hin und Weg» kaum zu übersehen.

Krokodile und Armut

Obwohl sie sich nicht nur in Mubengwa , sondern auch in Sambia verliebt hat, denkt Ziörjen ab und zu sehnsuchtsvoll an die Schweiz. «Mir fehlen meine Familie und Freunde und ich vermisse die Möglichkeit, in der Masse unterzutauchen und nicht aufzufallen. In Sambia ist das manchmal nicht so einfach. Im Sommer fehlt es mir, mich im See oder Rhein zu erfrischen. Hier sind lokale Gewässer zu gefährlich, um zu baden, aufgrund der Krokodile.» Aber auch nach einem guten Stück Schweizer Käse oder Schokolade sehnt sich die gebürtige Thurgauerin. Dafür hat Ziröjen in Sambia gelernt, das zu schätzen, was sie hat, wie sie erklärt: «Trotz der grossen Armut in vielen Teilen des Landes sind die Bewohner zufrieden und machen das Beste draus. In der Schweiz sehe ich immer mehr unglückliche Menschen, weil sie gefühlt nie genug haben.»

Giraffen als Trauzeugen

Vor knapp einem Monat hat sich das Paar das Ja-Wort gegeben. Mit dabei waren nicht nur die Familien des Paares, sondern auch Giraffen, Elefanten und Gazellen - die Hochzeit fand in einem afrikanischen Privatpark statt. 

Die vierte Staffel der Dok-Sendung mit Mona Vetsch ist ab heute Freitag um 20.15 Uhr auf SRF zu sehen.

Von Janine Sennhauser