Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule, und Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden, orientierten an einer Medienfahrt in Erlen über aktuelle Entwicklungen im Thurgauer Schulwesen. I.D.
1/1 Beat Brüllmann, Chef Amt für Volksschule, und Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden, orientierten an einer Medienfahrt in Erlen über aktuelle Entwicklungen im Thurgauer Schulwesen. I.D.
16.08.2021 13:30

Die Schulen sind auf Kurs

Schulbeginn am heutigen Montag

Am heutigen Montag, 16. August 2021, beginnt in der Volksschule ein neues Schuljahr. Die Zahl der Schülerinnen und Schülern im Kanton Thurgau steigt. Der in den vergangenen Jahren eingeführte Lehrplan und die bewährte Zusammenarbeit zwischen Schulgemeinden und Kanton geben Sicherheit im Umgang mit aktuellen und kommenden Herausforderungen.

Thurgau Am Montag begann für rund 30 600 Kinder und Jugendliche an der Volksschule ein neues Schuljahr. Das sind 1,7 % mehr als im Vorjahr. Am stärksten zeigt sich das Wachstum in der Primarschule. Der Anstieg wir sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Bis 2028 ist mit rund 35 000 Schülerinnen und Schülern in Kindergärten, Primarschulen und Sekundarschulen zu rechnen.

Die Einführung des Lehrplans Volksschule Thurgau ist diesen Sommer offiziell abgeschlossen. Die Schulen nutzten die Umsetzungsphase seit 2017, um ihren Unterricht weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit unter den Lehrpersonen zu stärken. Im Nachgang des Lehrplans verabschiedete der Regierungsrat im vergangenen Sommer angepasste Beurteilungsgrundlagen. Diese treten nun in Kraft. Zwei Begriffe, die schon lange zur Praxis der Thurgauer Volksschulen gehören, sind neu explizit erwähnt: die Gesamtbeurteilung als professioneller Ermessensentscheid und die gemeinsame Beurteilungskultur innerhalb der Schule. Beat Brüllmann, Chef des Amts für Volksschule, betont die Bedeutung des professionellen Ermessensentscheids: «Letztlich ist die Notengebung nie ganz objektiv. Es braucht die Lehrperson, die mit einem pädagogischen Spielraum entscheidet. Alles andere ist nur Scheingenauigkeit.»

Medien und Informatik

Ein anderes Thema, das die Schulen weiter begleitet, ist der Bereich Medien und Informatik. Die Lehrpersonen bilden sich dazu intensiv weiter. Anders als andere Kantone setzt der Thurgau auf einen individuellen Ansatz, der das Vorwissen der einzelnen Lehrpersonen einbezieht. Das hat sich bewährt. Die pragmatische Umsetzung des Modullehrplans weist den Weg, wie Schulgemeinden, Berufsverbände, die Pädagogische Hochschule und der Kanton auch andere Digitalisierungsthemen partnerschaftlich Schritt für Schritt angehen können. Heinz Leuenberger, Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden, freut sich auf diesen Weg: «Die Zukunft braucht uns keine Angst zu machen. Gesellschaftliche und technische Neuerungen finden ganz automatisch in die Schule und es liegt an uns, diese konstruktiv und in guter Zusammenarbeit mit allen Partnern zu nutzen.»

Die Stellenbesetzung für das neue Schuljahr verlief erfolgreich. Allerdings gibt es Anzeichen, dass der Lehrpersonenmangel, der sich in anderen Kantonen bereits länger zeigt, auch im Thurgau ankommen könnte. Die eigene Pädagogische Hochschule und die Erfahrungen der Schulgemeinden im Personalmanagement schaffen eine gewisse Sicherheit. Positiv auswirken dürfte sich auch die geplante Anpassung der Kindergartenlöhne an das Niveau der Primarschullehrpersonen ab Sommer 2024. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Schulgemeinden, Bildungsverbänden, Hochschule und Kanton beurteilt die Stellensituation laufend und regt bei Bedarf Massnahmen an.

I.D.