Der Frauenfelder Arzt Elias Haffter, aufgenommen 1908. z.V.g./Stadtarchiv Frauenfeld, Sammlung Bär
1/1 Der Frauenfelder Arzt Elias Haffter, aufgenommen 1908. z.V.g./Stadtarchiv Frauenfeld, Sammlung Bär
24.05.2021 09:00

Ein Reiseblogger mit Thurgauer Wurzeln

Museumshäppli

Das Gehör eines Walfischs, Litschipflaumen, ein essbares Vogelnest oder ein Walrossschädel, diese exotischen Souvenirs bringt der Frauenfelder Arzt Elias Haffter (1851–1909) aus der fernen Welt in seine Heimat. Am Museumshäppli vom Donnerstag, 27. Mai rollt Dr. Barbara Richner, Sammlungskuratorin am Naturmuseum Thurgau, das Leben des umtriebigen Thurgauers auf.

Frauenfeld Er ist 26 Jahre alt, als er sich bei einer Obduktion eine Vergiftung zuzieht. Monatelang ist der Spitalarzt Elias Haffter ans Krankenbett gefesselt, an den Folgen dieses Vorfalls leidet er sein Leben lang. Die Meeresluft soll dem geschwächten Mann immer mal wieder Erholung und neue Kraft bringen. So bereist er u.a. die Riviera und Nordafrika und bricht 1883 zu einer Weltreise auf- der Beginn seiner Tätigkeit als Reiseblogger.

Reiseberichte und Erinnerungsstücke

Um mit seinen Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben, schickt Elias Haffter Briefe an die Thurgauer Zeitung, in denen er seine Reiseeindrücke derart anschaulich, lebendig und humorvoll schildert, dass ihm sogar der berühmte Schriftsteller Gottfried Keller zu seiner Begabung gratuliert. Aber nicht nur sinnliche Eindrücke aus fernen Ländern übermittelt er in den Thurgau, auch unzählige Fund- und Erinnerungsstücke aus aller Welt schafft er in seine Heimat. Am Kurzvortrag über Mittag verdeutlicht Barbara Richner, dass auch naturkundliche Gegenstände wie Kokosnuss, Palmfrucht und Elfenbeinnuss zu kulturhistorischen Quellen werden können – wenn sie denn mit der Biografie ihres Finders in Verbindung zu bringen sind. Reisen mag aktuell schwierig sein, da bietet das Museumshäppli eine willkommene Gelegenheit, Elias Haffter in Gedanken in die Ferne zu folgen. Elias Haffter und seine abenteuerlichen Reisen sind auch Thema in der Ausstellung «Thurgauer Köpfe – Tot oder lebendig». Gezeigt werden eine Wasserpfeife aus Lappland sowie eine Opiumwaage, die der aktive Sammler aus dem fernen Osten mitbrachte. Gäste können durch ausgefallene Einkaufslisten und Rechnungen stöbern, die von «Souvenirkäufen» im norwegischen Tromsø um 1900 zeugen. Die ausgestellten Berichte in der Thurgauer Zeitung bieten zudem einzigartige Einblicke in exotische Welten.

Das Museumshäppli findet um 12.30 Uhr im Schloss Frauenfeld stattfindet. Der Eintritt ist frei, und es gilt eine Maskenpflicht. Beschränkte Teilnehmerzahl, Anmeldung über Museumswebsite erforderlich: historisches-museum.tg.ch

red