Der Regierungsrat löst die Fachgruppe Häusliche Gewalt auf und setzt stattdessen die Kommission Gewaltprävention ein. Pexels
1/1 Der Regierungsrat löst die Fachgruppe Häusliche Gewalt auf und setzt stattdessen die Kommission Gewaltprävention ein. Pexels
10.06.2021 14:45

Fachstelle Häusliche Gewalt wird aufgelöst

Regierungsrat setzt stattdessen eine Kommission zur Prävention ein

Der Regierungsrat des Kantons Thurgau hat die Fachgruppe Häusliche Gewalt aufgelöst und stattdessen eine Kommission Gewaltprävention eingesetzt. Die interdisziplinär zusammengesetzte Kommission wird sich mit den Themen der Gewaltprävention beschäftigen, ausserdem soll sie der Chefin des Departements für Justiz und Sicherheit beratend zur Seite stehen.

Kanton Im Mai 2003 hatte der Regierungsrat die interdisziplinär zusammengesetzte Fachgruppe Häusliche Gewalt eingesetzt. Diese hat gesetzliche Grundlagen geschaffen und Handlungsmöglichkeiten für polizeiliche Interventionen im Zusammenhang mit Häuslicher Gewalt erarbeitet. Jetzt wurde die Arbeit der Fachgruppe überdacht und festgestellt, dass Gewaltprävention ein komplexes Thema ist und über die Häusliche Gewalt hinausgedacht werden muss. Dem hat die Kantonspolizei Thurgau bereits bei ihrer Reorganisation Rechnung getragen und die Fachstelle Häusliche Gewalt, die neu Koordinationsstelle Gewaltprävention heisst, in die Abteilung Kommunikation und Prävention integriert. Die Koordinationsstelle Gewaltprävention ist mit der universellen Präventionsarbeit – auch, aber nicht mehr ausschliesslich in Bezug auf Häusliche Gewalt- innerhalb der Polizei betraut und wird sie mit der kantonalen Gewaltprävention koordinieren.

Aufgrund dieser Entwicklungen hat der Regierungsrat entschieden, die Fachgruppe Häusliche Gewalt aufzulösen und hat eine Kommission Gewaltprävention eingesetzt. Diese soll weiterhin als interdisziplinäres Gremium fungieren können, und sie soll dem Departement für Justiz und Sicherheit bei Bedarf beratend zur Seite stehen. Um sich den verschiedenen Themen der Gewaltprävention anzunehmen, soll sie projektbezogene Arbeitsgruppen bilden. Zu nennen sind als erste Themen die Umsetzung der Istanbul-Konvention, die Überprüfung des Kindesschutzes oder der Abschluss des Projektes «care4kid.». Wichtig ist dabei, dass wie zum Beispiel beim Kindesschutz keine Doppelspurigkeiten entstehen. Die Koordinationsstelle Gewaltprävention wird dafür zu sorgen haben, dass Synergien genutzt oder Projekte auch nebeneinander bestehen können.

Die Fachpersonen dahinter

Geleitet wird die neu gebildete Kommission durch Uta Reutlinger von der Koordinationsstelle Gewaltprävention der Kantonspolizei Thurgau. Weiter gehören zur Kommission; Corina Stark, Staatsanwältin in der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen; Daniela Reutimann, Vizepräsidentin der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kreuzlingen; Raphaela Niedermann, stellvertretende Amtsleiterin des Migrationsamts; Judith Hübscher, Leiterin Gesundheitsförderung, Prävention und Sucht im Amt für Gesundheit; Anna Zürcher, Leiterin Bewährungsdienst im Amt für Justizvollzug; Gabor Kis, Mitglied Schulisches Kriseninterventionsteam im Amt für Volksschule; Pascal Mächler, Leiter Fachstelle für Kinder-, Jugend- und Familienfragen; Elisabeth Rietmann, Geschäftsleiterin BENEFO Fachstelle Opferhilfe Thurgau und Sandra Eggler, Dienstchefin Fachstelle Gewaltschutz der Kantonspolizei Thurgau.

IDKT/red