Die neuen Massnahmen gelten schweizweit ab heute Montag. z.V.g.
1/3 Die neuen Massnahmen gelten schweizweit ab heute Montag. z.V.g.
Walter Schönholzer appelliert an die Bevölkerung, Abstand zu halten. js
2/3 Walter Schönholzer appelliert an die Bevölkerung, Abstand zu halten. js
Urs Martin und Walter Schönholzer informierten an einer Medienkonferenz über die neuen Massnahmen. js
3/3 Urs Martin und Walter Schönholzer informierten an einer Medienkonferenz über die neuen Massnahmen. js
16.10.2020 12:00

Schluss mit dem «Kantönligeist»

Bundesrat gibt schweizweite Massnahmen bekannt

Die Zahl der Coronafälle hat in den vergangenen Wochen zugenommen. Der Regierungsrat hat heute Freitag neue Massnahmen beschlossen und diese an einer Pressekonferenz bekanntgegeben. 

Kanton Während sich in der letzten Septemberwoche täglich durchschnittlich 3.6 Personen angesteckt hatten, lag die Anzahl Neuansteckungen in der zweiten Oktoberwoche bei 20.7 Personen. In Prozent entspricht das einer Zunahme von 128. «Wenn wir jetzt nicht rechtzeitig Massnahmen beschliessen, drohen die Spitalkapazitäten in wenigen Wochen zu überlasten», sagt Regierungsrat Urs Martin an der Pressekonferenz. Gemäss dem Chef des Departementes für Finanzen und Soziales müsse man bereits heute Freitag mit siebzig neuen Fällen rechnen. Weil ein grosser Teil der Ansteckungen an Veranstaltungen sowie im Wochenendeausgang stattfinden, ordnet der Regierungsrat neue Massnahmen an. Diese gelten ab heut ein einer Woche, also ab dem 23. Oktober, befristet bis am 31. Dezember.

Die neuen Regeln im Überblick

Diese tangieren vor allem die Veranstalter privater Anlässe. Denn neu müssen alle Veranstaltungen ab dreissig Personen, egal, ob öffentlich oder privat, unter www.tg.ch/coronavirus gemeldet werden. Ebenfalls gilt neu für öffentliche Anlässe ab dreissig Personen die Pflicht, ein Schutzkonzept einzureichen. Bei privaten Anlässen reicht es, diese zu deklarieren. Die elektronische Erfassung der Kontaktdaten (Contact-Tracing) ist für alle Anlässe vorzunehmen. Maskenpflicht gilt ebenfalls bei allen Veranstaltungen ab dreissig Personen. Und auch in Clubs und Bars werden die Regeln verschärft. Im Steh- und Tanzbereich muss eine Maske getragen werden und Konsumationen sind ausschliessich in den dafür vorgesehenen Sitzbereichen erlaubt.

Keine generelle Maskenpflicht *

Im Gegensatz zu anderen Kantonen verzichtet der Kanton Thurgau auf eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum (Läden, Kirchen, etc.) Dies, weil die meisten Ansteckungen laut Schönholzer im privaten Bereich stattfinden. «Wer beim Einkaufen eine Maske tragen will, darf das natürlich jederzeit tun», ergänzt der Regierungspräsident. Er appelliert mehrmals an die Selbstverantwortung der Bevölkerung. Vor allem im privaten Bereich, also Zuhause. 

Grenzen sollen offen bleiben

Anders als Zürich steht der Kanton Thurgau nicht auf der Risikoliste Deutschlands. Das ist laut Urs Martin ein gutes Zeichen. Ziel sei es, dass das so bleibe und die Grenzen kein zweites Mal geschlossen werden müssen. 

Update Montag, 8.35 Uhr*

Anders als am Freitag kommuniziert, gilt nun doch schweizweit Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Also auch im Kanton Thurgau. Dieser hatte an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz mitgeteilt, mit einer generellen Maskenpflicht abzuwarten. Der Bundesrat hat jedoch gestern nach einer ausserordentlichen Sitzung entschieden, schweizweite Massnahmen zu ergreifen. Neben der Maskenpflicht im öffentlichen Raum (Kirchen, Läden, Kinos, Museen, Bibliotheken, Spitäler und Verwaltungen, sofern diese öffentlich zugänglich sind, etc.) sind auch spontane Ansammlungen von mehr als 15 Personen im öffentlichen Raum verboten. Ausserdem gibt der Bundesrat eine Homeoffice-Empfehlung ab. Private Veranstaltungen ab hundert Personen benötigen ein Schutzkonzept, auch wenn es sich beispielsweise um eine Familienfeier handelt. Mehr Informationen finden interessierte unter www.bag.admin.ch.

Janine Sennhauser