Peach Weber: «Jedes neue Programm hat zu hundert Prozent neue Sachen drin, Gäx, Gedichte und Lieder.» z.V.g.
1/1 Peach Weber: «Jedes neue Programm hat zu hundert Prozent neue Sachen drin, Gäx, Gedichte und Lieder.» z.V.g.
30.08.2021 00:00

«Man hat auch seine Hochs und Tiefs»

Peach Weber lädt zur «Gäxplosion» nach Weinfelden

Im September 2021 startet Peach Weber seine 16. Tournee quer durch die Schweiz. Das Publikum darf gespannt sein, denn das Comedy – Urgestein ruht sich nicht etwa auf seinen Lorbeeren aus, sondern erfindet sich einmal mehr komplett neu. Am Mittwoch, 8. September 2021 gastiert Peach im Thurgauerhof Weinfelden. Vorerst erzählt er uns im Interview von Verdauungsproblemen und davon, dass auch ein Komiker einmal Tiefs hat.

Wie ist es, nach dem Show-Verbot in der Pandemie endlich wieder auf die Bühne zu dürfen?

Eigentlich habe ich kein Problem, mich selber zu beschäftigen, mir wird es auch nie langweilig. Aber so langsam wurde es auch für mich Zeit, wieder ein paar Vorstellungen zu machen. Endlich wieder lebendiges Publikum vor sich zu haben, welches sich zwei Stunden kaputtlacht, das ist schon unbezahlbar.

Und wie haben Sie im Lock-Down Ihre Zeit verbracht? Haben Sie «Gäx» geschrieben und Lieder komponiert? Oder einfach mal die Seele baumeln lassen?

Ich hatte das, eher zufällig, genial geplant, im ersten Lockdown habe ich das neue Programm «Gäxplosion» geschrieben. Dann konnte ich im Sommer die Live-Aufnahmen für die CD machen. Im Herbst dann aber war nach etwa acht Vorstellungen plötzlich wieder Schluss und jetzt hoffe ich, dass ich noch so etwa 60 bis 80 Vorstellungen machen kann.

Wird es in Ihrem neuen Programm Corona-Witze geben?

Sicher nicht, ich bin überzeugt, dass die Leute von diesem Thema endgültig genug gehört haben. Bei mir sollen sie wieder einmal zwei Stunden unbeschwert lachen können und das bekommen sie, denn das ist meine Aufgabe als Komiker.

Auf was darf sich das Publikum denn sonst noch so bei «Gäxplosion» freuen?

Ich glaube, die Leute kennen mich und wissen, was ich mache. Jedes neue Programm hat zu hundert Prozent neue Sachen drin, Gäx, Gedichte und Lieder. Ich schleppe nicht immer die alten Nummern mit. Das ist auch alles, was ich kann, ich habe keine versteckten Talente. Ich kann also nicht plötzlich ein Trompetensolo oder eine Trapeznummer anbieten. Es hat aber jetzt schon 45 Jahre gut funktioniert, so kann es nicht ganz falsch gewesen sein.

Wie ist es als Komiker eigentlich, wenn man am Showabend total schlecht drauf ist? Gab es so eine Situation schon mal?

Natürlich ist man nicht jeden Tag in ausgeglichener Stimmung, man hat auch seine Hochs und Tiefs, aber, wenn man den Job professionell machen will, muss man fähig sein, in jeder Situation um 20 Uhr den Schalter umzukippen und sein Bestes zu geben.

Darauf hat das Publikum ein Anrecht, denn es zahlt Eintritt und muss nicht auf meine Befindlichkeiten Rücksicht nehmen.

Sprechen wir mal von Texthängern während der Show. Wie kommen Sie aus solch einer Situation wieder heraus?

Das ist bei mir nicht so ein Problem. Erstens habe ich keinen Bühnenpartner, der auf mein Stichwort wartet und ich mache am Abend etwa zwei- bis dreihundert Gäx, falls da einer in die Hose ginge, kommt schon der nächste oder ich habe eine spontane, rettende Idee, die ist meistens noch lustiger.

Wollen Sie uns von Ihrem peinlichsten Moment auf der Bühne erzählen?

Es gibt keine wirklichen peinlichen Momente auf der Bühne. Denn egal was passiert, die Leute meinen, ich hätte das extra gemacht. Ich hatte einmal Verdauungsprobleme und musste im Programm drei Pausen machen, aber auch das fanden die Leute lustig und sie haben sogar angefangen, in der dritten Pause meinen Pilzli-Song zu singen.

Gibt es zum Schluss Ihrer Show ein Ritual, das Sie abhalten? Udo Jürgens zog sich ja jeweils einen Bademantel an und gab eine Zugabe.

Für mich ist eigentlich das Zusammenräumen nach der Vorstellung wie eine kleine Meditation. Zuerst bin ich ja noch im Foyer und mache Selfies oder verkaufe CD’s, das ist ein schöner Kontakt zu den Leuten. Nachher geniesse ich es, im leeren Saal, in dem kurz vorher noch 600 Leute schallend gelacht haben, meine Siebensachen einzupacken. Das gibt mir ein sehr gutes Gefühl.

Tickets sind unter der Tel. 0900 800 800 (Fr. 1.19/Min.), in Manor- und Coop-City-Filialen sowie unter www.ticketcorner.ch erhältlich.

Von Angelina Rabener