Erwin Kasper, Edi Bächi und Joachim Bauer vom Blickpunkt-Team. js
1/1 Erwin Kasper, Edi Bächi und Joachim Bauer vom Blickpunkt-Team. js
29.04.2021 07:30

Mehr als nur ein «Dorfblättli»

«Blickpunkt Berlingen» wird 20 Jahre alt

Er ist aus Berlingen nicht mehr wegzudenken, der Blickpunkt. Sechsmal jährlich erscheinen in ihm Geschichten aus der Gemeinde. Zum 20-Jahr-Jubiläum veröffentlichen die Redaktionsmitglieder ein Buch.

Berlingen Das Jahr 2001 ist ein bewegtes für die Schweiz. Im Januar wird Moriz Leuenberger Bundespräsident. Im September erschiesst Friedrich Leibacher beim Zuger Attentat 14 Politiker. Und im Dezember stimmt die Stimmbevölkerung über die Abschaffung der Armee ab. Ebenfalls im Jahr 2001 gründen Edi Bächi, Erwin Kasper und Joachim Bauer den «Blickpunkt Berlingen», die mehrmals im Jahr erscheinende Dorfpublikation. Zwar nicht so relevant für die ganze Schweiz, für die Gemeinde Berlingen aber sehr wohl. Edi Bächi erinnert sich noch gut, wie alles anfing: «Die Thurgauer Zeitung machte allen, damals noch achtzig Gemeinden, das Angebot, monatlich ein Schaufenster günstig zu schalten. Ich sah darin die Chance, nichtpolitische Berlinger Themen von Relevanz und Interesse in den Kanton zu tragen.» Er holte seine Kollegen Joachim Bauer und Erwin Kasper sowie Lukas Pfammatter mit ins Boot. Alle bis auf Letzterer sind bis heute mit dabei. Dass sich die Vier, respektive Drei, damals gefunden haben, bezeichnen sie heute unisono als Glücksfall. Erlebt man Bauer, Bächi und Kasper gemeinsam, kann man dem nur zustimmen. Sie diskutieren und lachen zusammen, als hätten sie ihr Leben lang nichts anderes getan. Und so ähnlich ist es ja auch.

Die Stimmen Berlingens

Das Buch «20 Jahre Blickpunkt Berlingen» erscheint im kommenden November. Bauer beschreibt es als ein «umfassendes Portrait von Berlingen in Form eine Hardcover-Lesebuchs.» In 32 Kapiteln wird nicht nur das Beste aus den vergangenen zwei Jahrzehnten «aufgewärmt». Auch, was in Erinnerungen bleiben soll, wird festgehalten. Zum Beispiel die Ausgabe aus dem Jahr 2003, in denen 41 Kinder aus dem Dorf erzählten, was ihnen an Berlingen gefällt. Die Geschichte «Das Dorf und seine Kinderstimmen» ist gemäss Kasper extrem gut bei der Bevölkerung angekommen. «Keine andere hat ein derart begeistertes Echo ausgelöst.»  Die Gestaltung der insgesamt 240 Seiten schreitet zügig voran. Und das ist gut so, geht der Band doch bereits im August in Produktion. Einen Teil der Finanzierung übernimmt die Gemeinde, der Rest wird mit Sponsorengeldern und dem Erlös aus dem Verkauf gedeckt. In Bezug auf die Förderbeiträge muss das Trio demnächst noch an einige Türen klopfen, wie Bächi es formuliert. Für ihre Arbeit am Werk werden Kasper, Bächi und Bauer nicht bezahlt. Doch das scheint den Dreien wenig auszumachen. Sie freuen sich einfach darauf, ihre Arbeit der letzten Jahre mit der Bevölkerung zu teilen. Ans Aufhören denken die Initanten übrigens noch lange nicht, wie Bauer erklärt: «Bei Erscheinen des Buches sind wir zusammen 206 Jahre alt. Aber wir werden weitermachen und Ausgaben produzieren. So lange, wie wir noch mögen, können und dürfen. Der Stoff wird uns nicht ausgehen, höchstens die Kraft.»

Von Janine Sennhausre

Zwanzig Jahre Blickpunkt

Der Vorverkauf des Buches startet am 5. Juni. Wer eines zum Vorzugspreis von 38 Franken kaufen will, meldet sich per Mail bei Edi Bächi: info@baechiraum.ch. Die Vernissage soll am 3. Dezember stattfinden.