Einschneidende Veränderungen am Kulturland brachte die Tonröhren-Drainage nach englischem Vorbild. I.D.
1/1 Einschneidende Veränderungen am Kulturland brachte die Tonröhren-Drainage nach englischem Vorbild. I.D.
05.09.2021 00:00

Pioniere der Thurgauer Landwirtschaft

Veranstaltungen im Historischen Museum Thurgau

Idyllisch eingebettet in einer romantischen Klosteranlage am Rhein, verströmt das Schaudepot St. Katharinental den Pioniergeist unserer Vorfahren. Am Sonntag, 12. September 2021 bietet das Historische Museum Thurgau in seiner Sammlung zur ländlichen Lebens- und Arbeitswelt gleich zwei Veranstaltungen an.

Kanton Während Volkskundler Peter Bretscher drei Thurgauer Persönlichkeiten vorstellt, die den landwirtschaftlichen Fortschritt im Kanton vorangetrieben haben, geht Volkskundlerin Claudia P. Eimer mit Kindern auf eine Tour rund um die Thurgauer Ikone schlechthin: der Apfel.

Neuartige Geräte und Anbaumethoden aus England hatten es dem Mönch Pater Meinrad Kerler (1778–1830) vom Kloster Kreuzlingen angetan. Trotz Spott seiner Zeitgenossen und einiger Rückschläge ging er unbeirrt seinen Weg. Der Thurgauer Regierungsrat (1804–1833) und Arzt, Johann Conrad Freyenmuth, setzte sich ebenfalls für den Fortschritt im Agrarsektor ein. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Förderung der Kartoffel, die er auf seinem Musterhof «Römerstrasse» bei Felben kultivierte. Ebenfalls der landwirtschaftlichen Weiterentwicklung verschrieben hatte sich der Agronom Johann Heinrich Im Thurn (1813–1884). Als Verwalter auf Schloss Castell organisierte er in Tägerwilen 1842 die erste Pflug- und Maschinenprobe der Deutschschweiz.

Importiert und geblieben

Die Errungenschaften dieser drei visionären Thurgauer stehen im Zentrum der Führung für Erwachsene. Ob alte Pflüge, Maschinen zum Säen, zum Getreidereinigen, Dreschen oder Futterschneiden – Peter Bretscher beleuchtet die Herkunft der damals neuartigen Geräte, die meist aus England, Frankreich oder Belgien stammten, und erläutert den damit eingeleiteten wirtschaftlichen Wandel.

Äpfel zum Znüni, Zmittag und Znacht

Parallel zur Erwachsenen-Führung findet der Workshop «Vom Apfel zum Apfelsaft» für Kinder statt, damit auch Familien beim Ausflug ins Schaudepot St. Katharinental auf ihre Kosten kommen. Auf der Tour mit Claudia P. Eimer erfahren junge Museumsgäste, wie Äpfel vor 150 Jahren verarbeitet wurden und welche Utensilien es dafür brauchte. Als krönender Abschluss messen sie sich beim Apfelschälen mittels alter Maschinen und pressen unter Anleitung ihren eigenen Saft – ob der wohl besser schmeckt als der von der Migros?

Die Führung sowie der Kinderworkshop beginnen um 14 Uhr im Schaudepot St. Katharinental in Diessenhofen und sind kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, es gilt eine Maskenpflicht für Personen ab 12 Jahren. Anmeldung über Museumswebsite: www.historisches-museum.tg.ch.

I.D.