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10.12.2020 08:00

So bunt ist die Altstadt

Stein am Rhein bekommt neue Farbkarte

Von Weiss zu Beige zu Rot: Die Steiner Altstadt ist bunt. Um Baufachleute und Hauseigentümer zu unterstützen, hat das «Haus der Farbe» zusammen mit dem Baureferat eine Farbkarte entworfen.

Stein am Rhein Mit etwas Fantasie liest sie sich fast wie ein kleiner Stadtplan, die neue Farbkarte. Denn hält man sie offen vor das jeweilige Gebäude in der Altstadt, sind die verschiedenen Farbnuancen, in der Fassaden, Fensterläden und Dekorationen der verschiedenen Häuser gestrichen sind, ersichtlich. Was einfach klingt, war es, zumindest für die zwei Hauptverantwortlichen, nicht. «Wir haben etwa vor einem Jahr damit angefangen, die Häuser vor Ort zu visualisieren», erklärt Marcella Wenger-Di Gabriele vom «Haus der Farbe» des Instituts für Gestaltung Zürich. Ihre Kollegin Stefanie Wettstein fügt hinzu: «Es war ein langer, aber schöner Prozess.» Umso glücklicher sind die zwei Frauen nun, dass es geschafft ist. So auch Christian Gemperle vom Baureferat, der zur Medienkonferenz geladen hatte. Er bedankte sich in seiner Ansprache bei den Expertinnen und lobte ihren grossen Einsatz. Ebenso erwähnte er den Sponsor des Unternehmens, die Jakob und Emma Windler-Stiftung. Erstellt wurde die Farbkarte vor allem für Hauseigentümer und Baufachleute, damit sich diese zwischen den unzählig vorhandenen Nuancen leichter entscheiden können. Sie soll gemäss Gemperle als Hilfe und nicht als Bevormundung verstanden werden. Denn selbst wenn Häuser nicht unter Denkmalschutz stehen, muss ein Gebäude in die Umgebung passen, auch farblich. Nur so kann das Ortsbild von Stein am Rhein erhalten werden. «Erhalten», wie Wenger-Di Gabriele betont, «aber nicht eingefroren». Die Farbkarte sei auch eine gute Basis für die Weiterentwicklung der Altstadt. Gemäss Christian Gemperle wurden «genügend» Exemplare des Leitfadens gedruckt, diese sollen an einer Veranstaltung an Handwerksbetriebe abgegeben werden. Immerhin, so der Stadtrat zum Schluss: «Wir haben das Geld für die Farbkarten nicht ausgegeben, damit diese in einem Archiv verstauben.» Wann der geplante Anlass stattfinden wird, ist aufgrund der aktuellen Situation noch nicht klar.